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Dolly Buster kocht nicht allzu gern, sagt sie. Lieber gehe der ehemalige Pornostar mal essen. Doch es hat die heute als Produzentin (von Pornofilmen) tätige Buster nicht daran gehindert, bei der seit zwei Jahren sonntags ausgestrahlten Homestory-Kochsendung „Das perfekte Promi Dinner“ (VOX) mitzumachen.
Schon häufig hat das Format als hervorragende Plattform für vergessene Schauspieler oder C-Promis fungiert, die bestrebt sind, Aufmerksamkeit zu erregen. In der Kombination von Kochen – zweifellos ist es im Trend, anderen dabei zuzusehen – und der Befriedigung von Voyeurismus („Ach so sieht es bei denen zu Hause aus“), liegt das Erfolgsrezept der Sendung. Schließlich kann nicht einmal das Hochglanzmagazin Gala diese Einblicke bieten. Ganz nah also an den Promis, da ist es fast schon egal, in welcher Liga diese spielen.
Vor Dolly Buster haben ihre Mitstreiter allerdings Respekt – sie ist sozusagen die heimliche Queen der dieses Mal in Köln stattfindenden Runde. „Kennt einer von euch eigentlich Dolly?“, fragt Comedian Michael Müller, bekannt aus „Switch“ und „Switch Reloaded“, seine Gäste, bevor diese eintrifft. Schauspieler Moritz Sachs, alias Klausi aus der Lindenstraße, und seine Kollegin Isabell Hertel, die in der Soap „Unter uns“ spielt, verneinen. Dass Dolly Buster durchaus mehr ist, als ein ehemaliger Erotikstar mit einem umfangreichen aber nicht ganz natürlichem Dekolletee, erfährt der Zuschauer schon recht bald.
Da war zum Beispiel ihre kurze politische Karriere, die am ersten Abend bei Michael Müller zu gegrillten Garnelen und Red Snapper auf den Tisch kommt. 2004 hatte die gebürtige Pragerin in Tschechien für die „Unabhängige erotische Initiative“ kandidiert – bis ins Europaparlament schaffte sie es allerdings nicht. Doch Buster ist keine, die umfällt: „Das ist halt vorbei“, sagt sie. Ob als Schauspielerin, Sängerin oder Dschungelcamp-Insassin, geschont hat sich Buster selten. Da nimmt es kaum Wunder, dass sie nun nicht nur als Künstlerin (vornehmlich erotischer Bilder) auftritt, sondern auch einen – sagen wir – gesetzten Eindruck macht.
Abgesehen von tief Ausgeschnittenem und eng Anliegendem, kommt die Grande Dame des Adult Entertainments in dieser Promi-Dinner-Runde ziemlich unschrill daher. Sicher, ihre Haare sind sehr blond (gefärbt) und zu einer ziemlich kuriosen nach innen geföhnten Ponyfrisur gestylt. Und ja, die Lippen sind stets sehr rot geschminkt. Das wildeste vielleicht, was sie in der Kölner-Dinnerrunde tat, war, dass sie mit den Totenköpfen, die ihre Nietenröhrenjeans am Hintern schmückten, den Designerstuhl von Moritz Sachs gehörig verkratzte. Der nahm es gelassen: „Da habe ich jetzt einen Stuhl, der von Dollys Po behandelt wurde“.
Ihr eigenes Zuhause schließlich sieht genauso aus, wie man es sich vorstellt: Schwarz und Gold (selbst die Türrahmen sind gold), Palmen im Garten und im Haus, ein wenig gesetzte Erotik dort in Form eines von ihr gemalten Bildes, ein wenig Exotik hier in Form eines überlebensgroßen Buddhas. Protzig wie ihr Busen, vor allem aber gediegen bürgerlich. Das ist auch das tschechische Menü, das Dolly serviert (und auch – sollten die Fernsehbilder nicht lügen – selbst gekocht hat): Ochsenschwanzsuppe, Rinderfiletbraten und Palatschinke. Einzig ein Besuch der Gäste in ihrem Atelier fördert etwas – wenn man so will – Anzügliches zutage: eine kleine Lederpeitsche. Mit dieser male sie auch schon mal, sagt Dolly, vor allem da, wo es passe.
Einen Po beispielsweise. Hier durchdringen sie eben Form und Inhalt. Mit ihrem Menü belegte Dolly, die von sich sagt, dass sie sehr experimentierfreudig sei – aber nicht beim Essen, übrigens nur den 3. Platz. Aber das macht ihr nichts. Eine wie sie kann nicht verlieren.